Darf man im Internet gekaufte Ware umtauschen?

e-commerceDer Handel mit Waren und Dienstleistungen im Internet wird immer beliebter. Einige Plattformen für den Handel von Gütern geben auch privaten Verkäufern die Gelegenheit, ihre Waren an den Mann zu bringen. Diese privaten Anbieter texten gerne in ihren Angeboten, dass ein Umtausch oder die Rücknahme ausgeschlossen seien. Sie berufen sich dabei auf die Tatsache, dass sie ja privater Verkäufer seien. Als Kenner der Gesetze kann einen das schon amüsieren. Ein Verkäufer muss ein Produkt immer zurücknehmen, wenn es nicht den Angaben im Angebot entspricht. Es spielt keine Rolle, dass er ja nur privat verkauft hat.

  • Bei gewerblichen Anbietern ist die Sachlage anders. Bei einem Onlinegeschäft hat man als Verbraucher das Recht, innerhalb von vierzehn Tagen den Vertrag zu widerrufen.

Das ist ein Gesetz und darf von keinem Anbieter abgelehnt werden. Der Umtausch einer Ware hängt mit der Kulanz des Verkäufers zusammen. Grundsätzlich ist er nicht verpflichtet die Ware zurückzunehmen, wenn sie in dem Zustand ist, den er im Angebot beschrieben hat.

Bei dem Kauf von Bekleidung würde man als Einkäufer aber vor dem Erwerb zurückschrecken, wenn man die Kleidungsstücke nicht anprobieren könnte. Bei großen Versandhäusern ist der Kauf auf Probe selbstverständlich. Es können mehrere Kleidungsstücke ausgesucht und bestellt werden. Entweder der Käufer behält alles oder er schickt die Ware, die ihm nicht passt oder nicht gefällt kostenfrei zurück.

Bedingungen der Rückgabe

Selbstverständlich ist dabei die Tatsache, dass getragene Kleidung von einer Rücksendung ausgeschlossen ist. Anders läge der Fall, wenn das gute Stück nach dem Waschen nicht das hält, was der Händler versprochen hat. Wenn also die Bekleidung vorschriftsmäßig behandelt wurde und trotzdem die Farben verlaufen oder nach dem Trocknen im Wäschetrockner einlaufen, dann ist auch in solch einer Situation der Händler zur Rücknahme verpflichtet. Er kann dann entweder neue Ware schicken oder den Kaufpreis erstatten.

Bevor man also in einem Onlineshop einkauft, sollte man sich unbedingt vorher die allgemeinen Geschäftsbedingungen durchlesen. Es gibt Shopbetreiber, die nur eine kostenfreie Rücksendung anbieten, wenn der Preis der Ware über 40,-€ liegt. Das gilt allerdings nicht für Dinge, die kaputt geliefert wurden oder stark vom Angebot abweichen. Größere Shops bieten aber die kostenfreie Rücksendung für viel preiswertere Produkte an. Da kann man meistens auch ohne Probleme die Artikel bei Nichtgefallen retournieren.

Da die Auswahl an Shops im Internet so groß ist, sollte man auch die Rücknahmebedingungen vergleichen. Was hilft es einem, wenn der Traumpullover gefunden wurde und nicht passt? Sollte man dann das Pech haben, dass er unter 40,-€ gekostet hat und der Versender keine kostenfreie Rücknahme anbietet!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.