Alles über Leder – Welche Lederarten gibt es bei der Herstellung von Taschen, Gürteln und Stiefeln?

Unter Leder versteht man Tierhäute, welche durch den Vorgang der Gerbung auf chemischen Weg haltbar gemacht wurden. Der Großteil des global hergestellten Leders findet in der Textilproduktion Verwendung. Für die Herstellung von Stiefeln sind verschiedene Eigenschaften des Materials und somit unterschiedliche Lederarten notwendig. Das Material für den Schuhoberteil wird im Allgemeinen als Oberleder bezeichnet. Folgende Oberlederarten werden häufig für die Herstellung von Stiefeln verwendet: Boxcalf, Rindbox, Chevraux oder Hunting. Neben der Schuhherstellung findet das Boxcalf-Leder besonders in der Taschenproduktion Verwendung. Es handelt sich hierbei um eine vollchromgegerbte Lederart. Es ist ein sehr glattes, weiches Kalbsleder, was die Beliebtheit des Materials bei Handtaschen erklärt. In England wird das Boxcalf-Leder traditionell in schwarz getragen.

Das vollnarbige und kräftige Rindbox-Leder wird durch die hohe Widerstandsfähigkeit häufig bei der Herstellung von Stiefeln verwendet aber auch andere Lederwaren wie Taschen, Gürtel oder Koffer werden aus diesem Material gefertigt. Diese Lederart wird traditionell nicht durchgefärbt, was als besonderes Qualitätsmerkmal angesehen wird. Das Rindbox-Leder überzeugt durch besondere Narbenfestigkeit und Formstabilität, was besonders in der Herstellung von Schuhwerk einen Vorteil darstellt.

Das Chevreau-Leder wird aus Ziegenhaut hergestellt und chromgegerbt, häufig durchgefärbt oder nur grundiert. Besondere Merkmale des Chevreau-Leders sind der matte seidige Glanz und die halbmondförmigen Narben. Es ist sehr hochwertig und wird bei der Fertigung von hochwertigen Handtaschen verwendet.

Hunting oder auch Velourleder genannt, wird aus dem Fleischspalt von Fellen und Häuten hergestellt. Die samtartige Oberfläche der Lederart, macht sie in der Modewelt besonders beliebt. Des Weiteren ist das Wildleder in der Textilindustrie sehr angesehen. Es gehört, wie auch das Velourleder, zu den Rauledern. Eine der beliebten Eigenschaften ist der angenehm warme Griff des Materials. Unter Wildleder versteht man eine Lederart, die aus der Haut frei lebender Tiere, wie Hirsch, Büffel oder Antilopen hergestellt wird. Dem Rauleder ist das Glattleder, welches besonders in der Handtaschenproduktion verwendet wird, entgegenzusetzen.

Bei Glattleder ist die Narbenseite nach außen verarbeitet. Die Oberfläche kann offenporig oder gefärbt sein. Die offenporigen Glattleder-Sorten fühlen sich sehr schön an, bleichen allerdings etwas leichter aus als oberflächengefärbtes Leder. Letztere Ledersorten sind deutlich unempfindlicher gegen Ausbleichen oder auch gegen Flecken.

Für die Pflege der unterschiedlichen Lederarten gibt es ebenso vielfältige Pflegeprodukte, welche auf die jeweiligen Eigenschaften der Ledersorten abgestimmt sind.
Bei der Produktion von Gürteln unterscheidet man zwischen Spaltleder und Vollleder. Die günstigere Version mit Spaltleder hat allerdings den Nachteil sehr schnell die Form zu verlieren und billig auszusehen. Hochwertige Gürtel aus Vollleder sehen auch nach langem Gebrauch noch sehr gut aus. Hier findet man entsprechend hochwertige Gürtel aus Vollleder.

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